Donnerstag, 25. August 2016 um 07:47

 

Stroh und Moor

Mit der Kurzwandergruppe im TV Blomberg unterwegs in Twistrigen und Worpswede

Wandern ist seit langem ein fester Bestandteil im Angebot des TV Blomberg. Denn Bewegung an der frischen Luft fördert die Gesundheit.     

Die Kurzwandergruppe um Brigitte Herdzin ist alle 14 Tage mittwochnachmittags unterwegs. Meistens per Pedes in der näheren Umgebung.  Zum Programm der Gruppe gehören aber auch Ausflüge zu interessanten Zielen in der weiteren Umgebung.

Twistringen? Wo ist das denn und was gibt es dort Besonderes. Um das heraus zu finden hatte die Wandergruppenleitung eine Tagesfahrt nach dort organisiert. Twistringen, eine Kleinstadt mit ungefähr 8000 Einwohnern, liegt nur 30 Kilometer südwestlich von Bremen am Rande der Wildeshauser Geest. Und das Besondere: Twistringen war für 3 Jahrhunderte das Zentrum der Strohverarbeitung. Diesem Tatbestand wird ein Museum gerecht. Das Strohmuseum wurde Anfang der 1990er Jahre von den Ehrenamtlichen des Heimatvereins aufgebaut.

Die Wandergruppe verbrachte einige Stunden mit einer Führung durch die sehr informativen Ausstellungen.

Die Strohverarbeitung begann vor etwa 300 Jahren mit zunächst der Anfertigung von Strohhüten. Die dafür benötigten Strohgeflechte aus ganz speziellem Roggenstroh gaben mehr als 1000 Menschen Lohn und Brot. Zu einem ganz wichtigen Standbein entwickelte sich später die Produktion von Verpackungsmaterial für Glasprodukte. Anfang des 20. Jahrhunderts kam noch der Strohtrinkhalm dazu. Die wurden in Handarbeit hergestellt. Die Produktion der Geflechte und Verpackungen wurde im Laufe der Zeit mechanisiert. 

Das Besuchsprogramm wurde mit handwerklichen Vorführungen rund um die Produkte abgerundet. Eine Näherin demonstrierte dabei den Blombergern die Herstellung eines Strohhutes auf einer ganz speziellen Nähmaschine.

 

Ein weiterer Tagesausflug führte die Wandergruppe kürzlich nach Worpswede. Eigentlich ist dieser Ort mitten im Teufelsmoor als Künstlerkolonie bekannt. Aber es können auch noch andere Schätze gehoben werden. Das Teufelsmoor war eine für die Region wichtige Rohstoffquelle. Der Torfabbau prägte über einen langen Zeitraum das Geschehen um Worpswede. Für die Trockenlegung des Moores dienten Kanäle die in den Fluss Hamme entwässerten. Das Gewässersystem diente auch dem Transport der Torfprodukte. Spezielle mit Segeln ausgerüstete Torfkähne mit geringem Tiefgang wickelten den ab. Und wieder ist es einer ehrenamtlichen Initiative zu verdanken, dass ein Stück Tradition wiederbelebt wurde. Mehr aus einer Laune heraus entstand ein erster Kahn. Eine weitere Möglichkeit das Teufelsmoor quasi hautnah zu erleben war geboren. Heute fahren regelmäßig 20 Torfkähne um die große Nachfrage zu decken. Mit 3 von diesen Kähnen begab sich die Wandergruppe auf das Wasser. Die ausgebildeten Skipper navigierten die Besucher sicher durch das Moor. Während der mehrstündigen Fahrt lernten die Wanderer vieles über das Land, die Menschen und das Moor.