Herzsportgruppe

Sonntag, 25. Mai 2008 um 18:42

"Alles Leben ist Bewegung"

Diesem Ausspruch von Leonardo da Vinci folgen an jedem Dienstagabend die Mitglieder der Herzsportgruppe im TV Blomberg und treffen sich für anderthalb Stunden in der Turnhalle des Blomberger Gymnasiums zu gemeinsamem Sport und Spiel.

Wenn Übungsleiter Torsten Notthoff, der beim Landessportbund eine spezielle Herzsportlizenz erworben hat und diese alle zwei Jahre erneuern muss, gegen 19 Uhr zum ersten Mal zum Pulsmessen aufruft, ist die Halle mit mindestens 30 Frauen und Männern der 40 Mitglieder umfassenden Gruppe rappelvoll. Aber nichts geht ohne Dr. Rolf Dieckhoff, der als medizinischer Betreuer die Gruppe 1994 ins Leben gerufen hat und immer pünktlich ,,auf der Matte steht". Ohne eine richtige sportliche und medizinische Betreuung könnten die Übungsabende für alle Teilnehmer eine Gefahr sein, denn sie haben überwiegend einen Herzinfarkt und eine Herzoperation oder sonstige Eingriffe am Herzen hinter sich. Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer wird zu Beginn und halbjährlich neu die individuelle Belastbarkeit festgestellt, denn sie ist für Torsten Notthoff eine wichtige Grundlage für den Aufbau des Übungsprogramms. Aus diesem Grunde wiederholt sich das Pulsmessen an jedem Übungsabend mehrmals, damit jeder Herzsportler überprüfen kann, ob er seine Belastungsgrenze erreicht hat oder noch etwas nachlegen sollte.

Zu Beginn des Übungsabends wird die Muskulatur aufgewärmt. Danach folgt eine Gymnastikphase mit unterschiedlichsten Dehnübungen. Wenn Torsten Notthoff neue Ideen hat -und das ist des öfteren der Fall - baut er sechs oder sieben Trainingsstationen auf, die in Vierer- oder Fünfergruppen zu absolvieren sind. Die anschließende Laufphase von drei mal drei Minuten gestaltet jeder individuell. Die zweiminütigen Pausen dienen der Absenkung und Überprüfung der Pulsfrequenz. Der vorletzte Teil des Abend ist dem Spiel gewidmet. Automatisch finden sich Gruppen, die z.B. Volleyball, Fußball, Badminton oder Tischtennis spielen. Hierbei ist wegen der Enge in der Halle Rücksichtnahme auf den anderen angesagt.

Rücksichtnahme ist auch das Motto, das für den ganzen Abend gilt: Denn auch für den Ernstfall der medizinischen Versorgung sind im Vorfeld die Rollen verteilt. Am Ende des Übungsabends steht die gut fünfminütige Meditationsphase bei besinnlicher, leiser Musik.

Mit deutlich abgesenkter Pulsfrequenz und dem Bewusstsein, wieder viel Bewegung, Spaß, Freude und Unterhaltung gehabt zu haben, verlassen alle die Sporthalle, um eine Woche später wieder gemeinsam aufzulaufen. Natürlich wissen alle, dass einmaliges Training in der Woche für Koronarerkrankungen längst nicht genug ist. Die Ergänzung erfolgt durch leichte Haus- und Gartenarbeit sowie durch Rad fahren. Auch hierüber und über andere Themen wird an den Übungsabenden gesprochen, so dass der kommunikative Teil nicht zu kurz kommt. Ein Thema spielt keine Rolle: Die alle mehr oder weniger belastende Herzerkrankung.